Eindampfanlage für radioaktiv kontaminierte Abwässer

Beim Rückbau eines Kernkraftwerkes wird die radioaktiv belastete Ausrüstung zerkleinert und anschließend dekontaminiert. In der Regel erfolgt dies durch gründliches Abwaschen dieser Ausrüstungen. Dabei entsteht ein radioaktiv kontaminiertes Abwasser, welches in einer Eindampfanlage aufbereitet wird.

Zielsetzung der Eindampfanlage ist, die Abwässer soweit zu reinigen, dass eine Wiederverwendung der Destillate oder die Abgabe an den Vorfluter unter Einhaltung der Vorschriften möglich ist. Das Abwasservolumen wird auf ein Minimum reduziert, was zu einer starken Senkung der Deponiekosten führt. Die Abwässer werden in Rohrwasserbehältern gelagert und nach Vorbehandlung in der Eindampfanlage eingedampft. Hierbei werden die Salze und Feststoffe im Abwasser durch Wasserentzug zu einem Konzentrat eingedickt.

Das Konzentrat wird aus dem Verdampfer in Konzentratbehälter gefördert und anschließend an die Trocknungsanlage zur Weiterbehandlung abgegeben. Nach der Trocknung wird der Reststoff in Zwischen- und Enddeponien eingelagert. Die ausgedampften Brüden werden durch Tropfenabschneider geführt und in einer Kolonne nachgereinigt, weil ein extrem niedriger Dekontaminationswert im Brüden bzw. Destillat eingehalten werden muss. Anschließend erfolgt die Kondensation des Brüdens mittels Kühlwasser in einem Oberflächenkondensator. Das Destillat wird in den Destillatbehälter geführt und nach erfolgter Analyse und Freigabe als Spülwasser wieder verwendet oder an den Vorfluter abgegeben.

Die Anlage ist für eine kontinuierliche Fahrweise vorgesehen. Bei der Konzeption der Anlage wurde auf höchste Betriebssicherheit und einen hohen Automatisierungsgrad Wert gelegt.